Freitag abend holte Frau I. mich von der Arbeit ab.
Frau I.: “Du hattest ja ne ganz schön anstrengende Woche hinter dir, dieses Wochenende bleiben wir mal zuhause und entspannen, du musst nix machen. Morgen frühstücken wir schön.”
Ich: “Oh ja, gerne.”
Es ist Samstag – mir fällt ein, dass ich in der Firma was vergessen habe und nochmal schnell da hin und es holen muss.
Frau I.: “Oh, wenn du sowieso raus gehst kannst du ja auch gleich Brötchen holen.”
Ich: “Okay.”
Frau I.: “Wenn du sowieso schon Brötchen holst, kannst du mir dann auch noch Süßstoff mitbringen? Ich hab keinen mehr.”
Ich: “Aber den gibts nur im Real?!”
Frau I.: “Ja, aber das ist doch kein Umweg?”
Ich: “Na guuuuut…”
Frau I.: “Und wir brauchen Salatdressing …”
Ich: “Okay.”
Frau I.: “Du könntest auch gleich die zwei Pakete von der Post holen.”
Ich: “Die Pakete? Warum hast du die nicht gestern geholt, als du das Auto hattest?”
Frau I.: “Ich hatte keine Zeit.”
Ich: “Du hast vier Stunden lang getwittert und mit mir gechattet… wieso hattest du keine Zeit?”
Frau I.: “Hatte ich halt nicht. Also kannst du die Pakete holen? Die müssen wir heute holen, sonst werden die zurück geschickt.”
Ich: “Wenn es sein muss.”
Frau I.: “Oh, wenn du SOWIESO schon bei der Post bist kannst du ja auch gleich die beiden Sachen hier zurück schicken.”
Ich: “Bitte? Kannst du das nicht selbst machen?”
Frau I.: “Aber du bist doch sowieso bei der Post?”
Ich: “Oh man… na meinetwegen, pack mir die auch noch drauf.”
Frau I.: “Das zweite ist aber Hermes, das kannst du nicht bei der Post abgeben, da musst du zum Schreibwarenladen in der Innenstadt, der nimmt das an.”
Ich: “Aber sonst geht es dir gut?”
Frau I.: “Mach das doch bitte, sonst muss ich die bezahlen!”
Ich: “Oh man … ich hoffe das war’s dann endlich?!”
Frau I.: “Naja, … also eigentlich hab ich ja Zahnweh, und brauche noch meine Mundspülung – kannst du mir die aus der Apotheke mitbringen?”
Ich: “$%&*###!!!!”
Fazit – ich verbrachte fast eine Stunde im Büro, bis der Kram endlich hoch geladen war, dann fuhr ich zum Bauernladen um meiner Gattin eine einzelne Karotte für den Salat zu kaufen (und einen ordentlichen Bund leckeren frischen Spargel). Danach fuhr ich zur Post, gab Pakete ab, nahm Pakete mit, dann fuhr ich zum Einkaufen, holte den Süßstoff, fuhr zum Schreibwarengeschäft um das Hermespaket ab zu geben, fuhr zum Bäcker um Brötchen zu holen, fuhr nochmal zum Penny, weil ich die Salatsoße vergessen hatte, und fuhr dann endlich heim.
Und nachdem ich meinen gesamten Samstag Morgen für Dienstbotengänge meiner Ehegattin verschwendet hatte, anstatt, wie vesprochen gemütlich im Bett zu liegen und nix zu tun, was waren da wohl ihre ersten Worte. Waren sie “Danke, Schatz, dass du mir all diese Aufgaben abgenommen hast, die ich genauso gut gestern hätte selbst erledigen können als ich das Auto hatte, welches ich explizit deswegen von dir haben wollte, keine Ahnung warum ich das nicht getan habe!” ??? NEIN – die ersten Worte waren “WO WARST DU DENN SO LANGE? ICH WARTE SCHON EWIG AUF DICH! WAS HAT DENN SO LANGE GEDAUERT?”
Und dann wundert sie sich, wenn ich den Rest des Tages nicht strahle…
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