Archive for April, 2010

Szenen einer (positiven Grundeinstellungs-) Ehe

Geschrieben von in She am 2 April 2010

Frau I. und ich sind heute in einem uns neuen Wald spazieren gegangen, der nur knapp 15 Autominuten entfernt von unserer Wohnung zu finden ist. Um die ganze Sache spannender zu machen haben wir erst immer den weniger bewandeterten Pfad genommen und sind dann ein bisschen querfeldein gelaufen. Hier der Gedankenstream, den mein geliebtes Weib während so eines Spaziergangs hat:

Beim Anblick eines kleinen Stück Sumpfgebiets

Frau I. : “Ich frage mich wieviel Leichen hier wohl im Wald vergraben sind?!”

Ich: “Bitte was?”

Frau I: “Da kannste aber mal von ausgehen. Wo würdest du denn eine Leiche hinschaffen? Also … äh … nicht, dass du sowas jemals tun würdest…”..

Beim Anblick eines leeren Jägerstandes

Frau I.: “Oh gott, ich hoffe es schießt keiner auf uns.”

Ich: “Wieso soll denn einer auf uns schießen?”

Frau I.: “Naja, bei meinen Eltern ist das schon total oft vorgekommen, dass ein Jäger irrtümlich einen Spaziergänger angeschossen hat.”

Ich: “Das liegt daran, dass deine Eltern mitten im Nirgendwo wohnen und man da Samstags nix tun kann ausser saufen!”

Beim Anblick von (mutmasslichen) Wildschweinspuren

Frau I.: “Ohjeh, hoffentlich greift uns kein Wildschwein an, die haben jetzt gerade Junge!”

Beim Anblick von freilaufenden Rehen und einem Hirsch

Frau I.: “Hoffentlich tun die uns nix.”

Ich: “Wieso in aller Welt sollten die uns was tun?”

Frau I.: “Weiß man ja nicht. Kuck dir mal das Geweih von dem da an, damit könnte der einen locker aufschlitzen.”

Ich: “Ja, dafür sind Hirsche ja bekannt, dass sie harmlose Wanderer zielstrebig mit ihren Geweihen aufschlitzen.”

[fünf Minuten später]

Frau I.: “Ich hoffe die werden nicht abgeschossen.”

Ich: “Was? Wie kommst du denn jetzt darauf?”

Frau I.: “Na, da war doch der Jägerstand. Ich will nicht, dass die abgeschossen werden. Die sollen glücklich hier im Wald leben.”

Ich: “…und harmlose Wanderer aufschlitzen.”

Als wir leichte Probleme haben den Weg zurück zu finden, weil wir querfeldein gelaufen sind

Ich: “Wenn wir hier nicht mehr rausfinden…”

Frau I.: “Jaaaa?”

Ich: “Dann wird einer von uns den anderen essen müssen.”

Frau I.: “…”

Ich: “Und wir wissen ja wer von uns stärker ist.”

Frau I.: “Und wir wissen wer schneller auf Bäume klettern kann!”

Ich: “Das bist jedenfalls nicht du, du hast Höhenangst.”

Frau I.: “Das wäre mir dann egal.”

Ich: “Hm…”

Frau I.: “Das würdest du nicht wirklich tun, oder?”

Ich: “… nom nom nom …”

Frau I.: “SCHATZI!!!!”

Auf dem Weg nach Hause

Ich: “Wir sollten im Sommer wieder herkommen, wenn alles grün ist, ist das bestimmt noch ne ganze Ecke schöner hier.”

Frau I.: “Da müssen wir dann aber wegen den Zecken aufpassen.”

Ich: “Ich liebe deine positive Grundeinstellung…”

beim Anblick eines kleinen Stück Sumpfgebietsbeim Anblick eines kleinen Stück Sumpfgebiets