Es gibt so Momente im Leben, in denen man sich ein wenig schämt.
Naja, eigentlich mehr fremdschämt. Aber das färbt dann ein wenig auf einen selbst ab.
Ich war beispielweise heute abend mit ein paar Freunden auf
Europas größter Kegelparty (verlinkt nur aus Chronistenpflicht). Und egal, wie beschissen es mir auch irgendwann im Leben gehen mag, ich habe nur Mitleid mit den “Showacts”, die da aufgetreten sind.
Da wäre zum ersten eine Blondine namens “Schnitte”, die angekündigt vom Headliner des abends, Jürgen “Onkel” Drews, im knappen Glitzerfummel auf der Bühne rumhüpfen und Parolen wie “Attacke, wir hauen auf die Kacke” ins Mikrophon gröhlen durfte/musste.
Vor diesem Auftritt musste Herr Drews allerdings eine Liste der Sponsoren verlesen – neben der Bildzeitung diverse Spirituosenverklapper und ein Internet-Pokerportal.
Doch damit nicht genug. Nachdem die kurzeberockte Partymieze mühselig versucht hat, sowas wie Stimmung zu entfachen, kam ein weiterer abgewrackter Showact zum Zug: zum leicht abgewandelten “Thunder”-Intro von AC/DC kam (“Zander… ahahaaahaahaaaaaha… ZANDER!”) Frank Zander auf die Bühne. Den hatte scheinbar niemand auf der Liste… “Hier kommt Kurt” verpufft fast völlig effektfrei im Innenraum der Halle Münsterland. Wie alt ist der Mann eigentlich inzwischen, 72?
Von Jürgen Drews habe ich dann dankenswerterweise nicht mehr viel mitbekommen, der Alkoholkonsum hat mich vor Schlimmeren bewahrt. Nur so viel – es ist bedenklich, wie viele deutlich jüngere Menschen als ich zu seinem Geschrei johlend durch die Halle gehüpft sind.
Unsere Renten sind nicht sicher. So viel kann ich mit Gewissheit sagen.
So ein Abend erdet. Danach sieht man die Welt mit völlig anderen Augen.
Kann ich nur empfehlen, wenn man auf der Suche nach ein wenig Demut ist.
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