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hier an den Kopf geworfen bekommen und nun (mit leichter Verspätung) beantwortet.
Was war Deine erste „echte“ PC-Hardware?
Die erste mit der ich in Berührung kam war ein
TI-99/4A, der im Kaufhof in Hanau rumstand, neben einem Commodore
VC20, beide angeschlossen und betriebsbereit. Welcher Teufel die da geritten hat ist mir heute noch nicht klar. Jedenfalls verbrachten meine Kumpels und ich Stunden um Stunden unseres Wochenendes dort um auf den Tastaturen rumzuhacken, Listings aus den daneben liegenden Zeitschriften abzutippen oder, wenn wir ganz viel Glück hatten, einem Raubkopierer dabei zuzuschauen wie er mal eben eine Demo oder ein Spiel einlegte und startete, ohne dass auch nur irgendwer was sagte.
Das taten wir solange, bis im Hertie (ebenfalls in Hanau) die ersten Spielkonsolen (
Atari VCS,
Intellivision und schließlich sogar
Colecovision) rumstanden und man dort daddeln durfte. Zumindest bis man von den entnervten Abteilungsleitern rausgeschmissen wurde.
So kam ich dann auch zu meinem ersten Computer … eigentlich wollte ich ein
Vectrex haben, aber irgendwie war das in unserer Familie eine unausgesprochene Regel, dass man als Kind auf KEINEN Fall vorher genau sagen darf, was man geschenkt haben möchte. Deswegen machte ich nur so vage Andeutungen wie “Es ist schwarz”, “Man kann damit spielen”, “Es ist im Quelle-Katalog auf Seite 174!” … bekommen habe ich dann einen
C64, das wohl größte Geschenk das mir jemals gemacht wurde … dummerweise ohne
Floppy oder auch nur
Tapelaufwerk, so dass ich keinerlei Speichermedium zur Verfügung hatte. Das hieß also mühevoll Listings aus der Zeitschrift “C64er” abtippen und den Computer bloss nicht ausschalten.
Nach ein paar Wochen erbarmte sich meine Großmutter und gab mir die 30 Mark, die ein Kumpel von mir haben wollte, damit er mir seine gebrauchte
Datasette abtreten konnte.
Deine erste Anwendung, die Du benutzt hast?
Die erste Anwendung… ich kann mich nicht wirklich erinnern, wahrscheinlich irgendein Copy-Programm (von denen es ja acht Zilliarden Varianten auf dem C64 gab). Die erste echte Anwendung an die ich mich erinnern kann war das Terminal-Programm meines ASCOM-Modems, das zu nichts ausser sich selbst kompatibel war. Schrecklich.
Dein erstes Spiel?
Auch daran kann ich mich nicht wirklich erinnern. Ich weiß, dass ich im oben benannten Kaufhof “
Impossible Mission” mit offenem Mund gesehen habe, bevor ich einen Computer besass, aber welches Spiel ich tatsächlich als erstes gespielt habe… ich kann mich erinnern, dass
Bruce Lee eines der ersten Spiele war das ich mir von jemandem habe andrehen lassen. Und dass ich 3,50 Mark für die Kassette damit bezahlt habe. Mit dem Mann bin ich übrigends immer noch befreundet.
Meine liebsten Spiele waren auf jeden Fall “
Miner 2049er” und die Fortsetzung “
Bounty Bob Strikes Back“, das damals mit 100 Leveln glänzte… die haben meine Liebe zum Genre des Jump’n Runs gestartet, was heute noch mein liebstes Genre ist. Gerne habe ich auch die guten alten
Infocoms gespielt, natürlich
M.U.L.E.,
Archon und
Archon II (von dem ich schon seit Jahren plane eine Flashversion zu bauen die man online spielen kann) waren absolut super… es gab so viele gute Spiele auf dem C64.
Hattest Du von Anfang an Spaß an der Materie?
Auf jeden Fall. Schon als Kleinkind liebte ich den ganzen Elektronikkram, selbst wenn ich ihn nicht verstand. Mein Vater baute Modellflugzeuge und wenn er neue Teile brauchte gab er meiner Mutter eine Liste von Bauteilen mit, die holte sie dann beim Wochenendeinkauf immer zusammen mit den normalen Sachen. Ich stand dann immer staunend vor den bunten Elektronikbauteilen im Schaukasten des Fachladens. Rückblickend glaube ich, dass das nur bunte Lüsterklemmen waren, aber was wusste ich damals schon? Ich war also schon immer fasziniert von allem was irgendwie blinkte und elektronisch war. Zu meinem großen Unglück bin ich handwerklich komplett unbegabt, weswegen ich meinem Vater nicht in den Modellbau folgen konnte.
Aber Computer waren perfekt für mich… man musste nicht handwerklich geschickt sein, konnte aber trotzdem unglaublich spannende Effekte erzielen. Und die intellektuelle Herausforderung in Basic ein Sprite über den Bildschirm schweben zu lassen war auch toll. Ich hatte sogar angefangen Assembler zu lernen um bei den ganz coolen Säuen mitzumachen, aber nachdem ich für einen einfachen Textscroller fast 1000 Zeilen Assembler zusammengetippt hatte, war mir die Lust daran vergangen…
Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?
Uff. Online bin ich schon ewig. Zuerst mit dem oben schon erwähnten ASCOM-Akustikkoppler, den ich mir für teuer Geld gekauft hatte. Dummerweise wurde das Ding nicht wie sonst üblich an die RS232 Schnittstelle des C64 angeschlossen sondern an irgendeinen der anderen Ports, womit man von all der tollen Software draussen ausgeschlossen war und nur die Möglichkeit hatte auf die (ziemlich miese) Terminal-Software von ASCOM zuzugreifen. Das machte ich einige Monate lang mit, bis ich die viel bessere Software sah, die mein Kumpel
Fletcher benutzte, die baute ich dann in Basic mehr oder weniger erfolgreich nach und hatte endlich auch die Möglichkeit Schrift und Hintergrund anders zu färben, meine Mailboxbesuche mitzuprotokollieren und Logins automatisch ablaufen zu lassen.
Meine erste Mailbox die ich besuchte hatte ich aus dem
Happy Computer Sonderheft “Online” (oder so ähnlich) … eine Box in Hamburg, wo ich mich jeden Tag einwählte und stundenlang mit dem SysOp chattete – bis dann die Telefonrechnung über 500 Mark kam und mein Modem erstmal weggesperrt wurde.
Später tat ich mich dann in Fletchers Mailbox um, fand mich in der HAND-Mailbox ein (die Teil eines kleinen Mailboxverbundes war, die sich nachts austauschten und somit ihr Besucheraufkommen erhöhten), hangelte mich in’s
FIDO-Net hoch, amüsierte mich über die Kleingärtner-Politik die da vorherrschte, brachte meinen Hausnode dazu, auch noch dem VNet beizutreten (einem kleineren Verbund von Mailboxen der explizit für Rollenspieler gemacht war) und landete schließlich irgendwann im “Intarweb”. Zuerst nur an der TH (die FH an der ich studierte konnte sich keinen eigenen Computerraum leisten, deswegen waren sie zur Untermiete bei der TH angemeldet), später dann über AOL (für etwa drei Monate) und dann über mehrere lokale Billiganbieter, bis ich nach einiger Zeit mir dann einen DSL-Anschluss gönnte… ich kann mich noch entsinnen, dass ich damals verkündete, dass ich erst dann mit meinem Gehalt zufrieden sein würde, wenn ich mir keine Gedanken mehr machen müsste, wie lange ich im Internet surfe…
Tja, and here we are… ca. 20 Jahre später, und alles ist größer, bunter, schneller … aber manchmal vermisse ich schon das “rööönkschnööörrrkfiepfiepfiepPLENKschrrooonk” eines 300 Baud Modems…
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