So, wie
Frau I. ja bereits gemeldet hatte, ist
Nintendogs bei uns eingetroffen. Nach vier Tagen kann ich sagen: super niedlich, aber sicherlich nicht für jeden was.
Grundsätzlich sei vorab gleich gesagt: wer hier ein Spiel im traditionellen Sinn erwartet, der kann gleich wieder einpacken und sollte sich lieber Meteos oder Advance Wars DS holen. Wenn man Nintendogs nämlich auf “gewinnen” spielt, dann dürfte das Spiel sehr schnell sehr langweilig werden. Prinzipiell gibt es nämlich nur eine handvoll Sachen die man mit den Hundies machen kann:
- Spazieren gehen (währendessen man andere Hund oder Geschenke findet, was beides nicht superspannend ist)
- Trainieren (im Park Frisbee-Werfen, in der Turnhalle Agillity oder zuhause Gehorsam)
- An einem Wettbewerb teilnehmen (Eben Frisbee, Agillity oder Gehorsam)
- Hundepflege (füttern, tränken, baden)
- Zielloses spielen (z.B. Tennisball hinwerfen und einfach zukucken, wie die Hundies spielen)
Und das war’s dann prinzipiell auch schon. Die Wettkämpfe werden zwar immer schwerer (bis zur Meisterschaft, da gehts dann nicht höher), reduzieren sich aber im Grunde immer auf die selben Tricks innerhalb des Wettkampfes. Beim Frisbeewerfen muss man halt den Stylus nach oben schnicken, möglichst so, daß der Frisbee weit fliegt, möglichst gleichzeitig so, daß das Hundi noch rankommt. Bei Agillity muss man seinen Hund gut trainiert haben und die Hindernisse in der richtigen Reihenfolge antippen, beim Gehorsam geht es darum dem Hundi die vorher beigebrachten Tricks zu entlocken.
Und damit kommen wir auch schon zum größten Problem von Nintendogs: die Spracheingabe. Leider scheint der Algorythmus für die Berechnung bzw. Erkennung der Spracheingabe alles andere als genial zu sein. Vielmehr wird wohl nur die Waveform abgebildet und das wars. Weswegen man möglichst immer EXAKT die selbe Inflektion benutzen muss wenn man einen Befehl äussert, da für Nintendogs zwischen “Sitz!”, “SITZ!” und “Siiitz!” ein Unterschied besteht. Auch kommt es dann gerne zu Verwechslungen von Befehlen, da “Leg dich!” und “Dreh dich!” nunmal sehr ähnlich klingen. Am besten würde man wahrscheinlich fahren, wenn man völlig emotionslos pseudokommandos äussern würde (“BEFEHL EINS!” – “BEFEHL FÜNF!”), aber das würde ja die Freude an der Simulation nehmen.
Womit ich elegant zum eigentlichen Kern von Nintendogs komme: die Welpensimulation an sich ist nämlich hervorragend gelungen. Die kleinen digitalen Fellknäul wachsen einem sehr schnell ans Herz und entwickeln tatsächlich völlig eigene Charaktereigenschaften. Während Frau I.s Hund Jojo z.B. von Anfang an hervorragend im Frisbeewerfen war (gleich am ersten Tag der erste Platz in den ersten beiden Wettbewerben) brauchte mein kleiner Husky Ruffy relativ viel Training bevor er bei irgendwas erfolgreich sein konnte. Generell scheint Ruffy sowieso sehr viel aufgedrehter zu sein als Jojo und braucht auch eine stärkere Hand, was sich z.B. beim Spazierengehen äussert, wo ich ihn anfangs sehr oft animieren musste weiter zu laufen und sich nicht einfach faul auf die Strasse zu hocken.
Auch die Animation der Hunde ist hervorragend gelungen und ihre Eigenarten sind unterschiedlich von Rasse zu Rasse. Ruffy hechelt z.B. als Husky deutlich mehr als ein Golden Retriever es tut. Die Ohren drehen sich, wenn im Park irgendwo eine Ente quakt, und wenn man die Hundies ruft und sie erst interessiert zum Herrchen kucken, dann angerannt kommen, ihre Pfoten von innen gegen den Touchscreen stemmen und vor Aufregung hin- und herhüpfen, da schmilzt selbst dem größten Hundehasser das Herz in der Brust.
Also nochmal für alle, die es oben nicht gelesen haben: Nintendogs ist kein “Spiel” in dem Sinne wie man es sonst versteht. Wer sich aber damit vergnügen kann auch einfach nur mal den digitalen Hund auszuführen und ihm ein paar Frisbee-Scheiben zuzuwerfen, oder das DS aufgeklappt beim Surfen neben dem Computer liegen zu haben und zuzukucken, wie die Hundies toben, der kann mit Nintendogs viel Spaß haben. Ansonsten bleibt nur das Freispielen der anderen Rassen und neuer Gegenstände, aber wenn man das in den Vordergrund rücken und als Spielziel erklären würde wäre das Spiel wahrscheinlich relativ schnell vorbei.
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