I’ve been driving all night…
Geschrieben von mein arsch in Bauchnabelschau am 30 Mai 2005…my hand’s wet on the wheel
There’s a voice in my head, that drives me heel
It’s my baby callin’, says I need you here
And it’s half past four and I’m shifting gear
Yo. Da sind wir wieder. Kürzester Schweiz-Urlaub EVER! Aber ich fang mal von vorne an.
Es begab sich mal zu einer Zeit, nennen wir sie mal letztes Jahr, da fuhren Frau I. und ich in die Schweiz. Weil wir uns hemmungslos verfuhren reifte in mir der Entschluss, mir einen PDA mit Navigationssystem zuzulegen. Hab ich dann auch irgendwann gemacht, ein Yakumo Delta 300 GPS den wir “Hermine” tauften weil Frau I. “Hermes” bei der weiblichen Stimme der Falknavigation nicht passend fand.
Hermine leistete mir treue Dienste (ausser ich stellte sie irrtümlich auf “Fussgänger” und wunderte mich dann, daß sie mich in Einbahnstrassen führte), Frau I. stand ein wenig mit ihr auf dem Kriegsfuss, zumindest wenn sie alleine mit Hermine unterwegs war. Leider ist Hermine nicht sehr robust. Die Autohalterung war von Anfang an so leichtgängig, daß Hermine eigentlich immer schon nach wenigen Meter Fahrt ihr Display schamvoll gen Boden senkte, ausser man positionierte sie so geschickt, daß sie direkt auf dem Amaturenbrett auflag.
Nach drei Wochen löste sich der Stylus IN der Halterung in seine Einzelteile auf, so daß man nur noch den Kopf in der Hand hielt. Nervig, konnte man aber mit leben, umso mehr, als daß das Nintendo DS ziemlich zum selben Zeitpunkt ankam und man den zweitstylus davon gut zweckentfremden konnte.
Doch vor ca. drei Wochen begann Hermine dann rumzuzicken und dauernd zu melden man solle unbedingt Strom anschliessen, sonst würden Datenverluste bevorstehen. Dummerweise teilte sie einem das auch gerne mit, wenn man bereits den Strom angeschlossen hatte – einige Experimente führten zum Vorschein: Wackelkontakt in der Strombuchse (die dummerweise auch für die Übertragung von Daten vom und zum PC zuständig ist). Mit viel Gefummel konnte man sie zur Mitarbeit überzeugen, aber für eine Fahrt in die Schweiz war sie nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Umtauschen war so kurzfristig nicht mehr möglich, also heizte ich Samstag mittag noch schnell in den Mediamarkt und kaufte einen zweiten PDA, diesmal einen Acer N35 (der einzige PDA mit GPS den sie da hatten). Wir tauften ihn Hermine 2.
Die Beziehung zu Hermine 2 stand von vornherein unter einem schlechten Stern. Zum Übertragen der Europakarte brauchte Hermine 2 lockere anderthalb Stunden, was ein rechtzeitiges losfahren verhinderte. Als wir dann am nächsten Tag tatsächlich los fuhren stellte ich Hermine 2 auf unser Fahrtziel ein. Schneckengleich kroch die Berechnungsanzeige dahin ……. nach 3,5 Stunden und mehr als 350 Kilometern hatte Hermine 2 dann tatsächlich die Strecke berechnet und teilte uns erstmal mit, daß sie, da wir ja jetzt nicht mehr da waren, wo sie ihre Berechnung ursprünglich mal begann, erstmal die Strecke neu berechnet werden müsse. Nach einer weiteren halben Stunde war es dann soweit und wir hatten ENDLICH Navigation und die Sicherheit, daß wir tatsächlich auf der richtigen Strecke waren. Und daß wir jetzt noch 173 Kilometer der Strasse folgen müssten bevor wieder was interessantes passiert.
Soweit, so gut. Dummerweise verlangte es unserem Gefährt nach dem kühlen Trunk des Benzins, weswegen wir eine Autobahntankstelle (oder, wie man sie früher nannte: ein Strassenräuberlager) aufsuchten und volltankten. Dummerweise war die Tankstelle überdacht, was Hermine 2 den Kontakt zu ihren geliebten GPS-Satelliten verlieren und auch nicht mehr wieder aufnehmen lies. Glücklicherweise hatten wir uns die Strecke vorher ausgedruckt und fanden somit auch so mehr oder weniger zielgerichtet zu unserem Ziel.
Wunderbar. Den Rest des Abends verbrachten wir erschöpft aber glücklich mit unserer Ersatzkatze auf der Schlafcouch, nachdem wir festgestellt hatten, daß wir tatsächlich einen Interwebzugang zustande brächten.
Heute morgen dann gemütlich aufstehen, frühstücken, mails checken. Frau I.’s Handy klingelt. Palaver palaver rapappel rapappel rapam …. Frau I. ist für morgen auf ein Vorstellungsgespräch eingeladen. Also schnischnaschnappi das nötigste zusammengekramt, ins Auto gesprungen, Hermine 2 angeschlossen und die Berechnung gestartet. Naja, bis wir an die Grenze kommen dürfte die Berechnung vielleicht durch sein. Haste gedacht. Anderthalb Stunden nach der Grenze war es mal wieder so weit: “Die Route wird neu berechnet”. Und das war dann auch alles was man von Hermine 2 hörte – entweder tosendes Schweigen oder “Die Route wird neu berechnet”, immer brav im Wechselschritt. Hinzu kam der schlimmste Regen, den die Welt seit der Sintflut gesehen hat, was dazu führte, daß wir einen riesigen unnötigen Umweg fuhren…
Und übermorgen fahren wir vielleicht schon wieder in die Schweiz. Jucheissasa!
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