…wenn es dem Weibe nicht gefällt.
Ich muss hier mal für Herrn Pappnase (und für all die Männer da draussen, die mit ihren Frauen zu Ikea gehen müssen) niederbringen, was Frau I. und ich so erlebt haben. Hauptsächlich ich.
Wir hatten uns also entschlossen Frau I.’s ollen blöden Minischreibtisch zu entsorgen und ein paar vernünftige Schreibtische zu kaufen, damit wir gemeinsam im Arbeitszimmer an unseren Rechnern sitzen können. Wir entschieden uns für die Ikea-Schreibtische “Galant”, obwohl Frau I. darauf bestand, daß sie unbedingt Schreibtische von der Serie “Effektiv” haben wollte. Die nette Dame beim Ikea sagte uns dann, daß es die Serie nicht mehr gibt und durch die Serie Galant ersetzt wurde. Ich für meinen Teil lächelte nur sanft in mich hinein, noch war ich mit meinem Buddha-Ich im Einklang und all meine Chakren waren ausgelotet.
So schleppten wir also dank Frau I.’s Hamsterinstinkten drei Ikea Büromöbelkataloge sowie ca. 250 Blatt Millimeterpapier nach Hause. Geschickterweise hat Ikea in seinen Katalogen kleine Pappmöbelchen hinten drin, die man ausbrechen und dann auf einem zuvor gezeichneten Lageplan des Zimmers legen kann um zu sehen ob das überhaupt passt.
Nach stundenlanger Diskussion konnte ich Frau I. endlich davon überzeugen, daß es keinen Sinn Macht die Tische in Form eines U aufzubauen, da wir uns dann ständig mit den Stühlen gegenseitig anrempeln würden, und daß es besser wäre ein T zu bilden – so würde man sich auch gegenüber sitzen und könnte sich ins Angesicht schauen, so man das denn wollte.
Okay, also zurück zu Ikea. Zurück in die Büromöbelabteilung, Tische bestellt, Zettel gekriegt: “Gehen Sie runter an die Warenausgabe, da wartet der Kram schon auf sie!”
Tja, leider nicht GANZ korrekt. Der Kram wartete nicht auf uns, vielmehr warteten WIR auf den Kram – und zwar mindestens eine halbe Stunde. Dann endlich kamen unsere Tische in Einzelteilen auf einer Karre an. Die Platten und die Gestelle überreichten wir sogleich dem direkt neben der Warenausgabe stehendem Spediteur … und dann geschah es. Von dem kläglichen Rest erblickte mein geliebter Augenstern die Beine. Blickte mich an. Blickte die Beine an. Blickte wieder mich an … und sprach “Die sind ja silbern!”
Ich denke, daß ich wohl einen Ausdruck zwischen “Hä?” und “Oh gott!” auf dem Gesicht hatte, während die Unterhaltung wie folgt ablief:
Ich: “Jaaaaa? Und?”
Frau I.: “Die passen überhaupt nicht zu meinen Bücherregalen! Ich will schwarze Beine!”
Ich: “Schatz, die gibts nicht in schwarz!”
Frau I.: “Gibt es wohl!”
Ich: “Nein, gibt es nicht. Ich hab den Katalog mitlerweile sechsmal durchwühlt, es gibt die nur in silber!”
Frau I.: “Garnich, ich hab die schon in schwarz gesehen. Ich tausch die jetzt um!”
Ich: “Och nö, oder?”
Frau I.: “Oh doch!”
Also schoben wir unseren Wagen zum Warenumtausch, welche sinnigerweise EBENFALLS direkt neben der Warenausgabe steht. Dummerweise war nur ein Schalter von vieren besetzt und so verbrachten wir weitere 45 Minuten unseres Lebens sinnlos mit dem sitzen auf ergonomisch schlecht geformten Holzbänken.
Als wir schließlich vorgelassen wurden nahm der Herr am Warenumtausch sofort unsere silbernen Beine von uns (also nicht unsere, sondern die von den Tischen), legte sie hinter seinem Schalter in Sicherheit und blickte in seinen Computer. Schon kurz darauf exklamierte er “Die Beine gibt es nicht in schwarz!”, woraufhin ich mir ein “HAB ICH DOCH GESAGT!” nicht verkneifen konnte.
Frau I. jedoch lies nicht locker und bestand darauf, daß es die Beine in schwarz gäbe und vielleicht ständen die bloß nicht im Computer. Der Herr, mitlerweile mit einem typischen “Ich geb ihr einfach mal recht, vielleicht geht sie dann weg!” Blick im Gesicht teilte uns dann mit, daß es möglicherweise tatsächlich schwarze Beine gebe, die müsse man dann aber wieder oben im Büroabteil bestellen.
Da wir beide mitlerweile überhaupt keine Lust mehr auf Ikea hatten entschlossen wir uns nach Hause zu fahren. Frau I. versprach dann in wenigen Tagen nochmals zu Ikea zu fahren, wenn sie sowieso in der Nähe zu tun hatte, und die Beine zu bestellen. Was sie nicht tat.
Also fuhren wir irgendwann GEMEINSAM wieder zu Ikea. Kämpften uns wieder zu den Büromöbeln durch, bestellten wieder die Beine für unsere Tische, aber diesmal bitte in schwarz.
“In schwarz gibt es die nicht!”
Frau I. bestand darauf, daß sie die Beine schon mal in schwarz gesehen hätte, aber die Verkäuferin war eisern und verriet uns, daß es die Beine nur in Silber und eventuell auch noch in dunkelgrau gibt. Also nahmen wir die dunkelgrauen, bekamen unseren Zettel, latschen (wieder einmal) zur Warenausgabe und bekamen unsere Beine diesemal tatsächlich recht schnell.
Auf dem Weg zum Auto blickte Frau I. auf die Beine und meinte “Die sehen aber so plastikmässig aus. Ich hätte doch lieber die silbernen!” … das war dann der Zeitpunkt, wo ich ihr einen Kartoffelsack über den Kopf stülpte, sie in den Kofferraum sperrte und erst zuhause wieder rauslies. War das falsch?
Wie wir (und wenn ich WIR sage, meine ich ICH) die Tische dann fünfmal zusammen- und wieder auseinandergeschraubt haben, das erzähle ich dann ein anderes mal…
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