…holt mich ins Fernsehen, vielleicht erkennt mich ja doch noch einer.
So hätte die Sendung eigentlich heissen müssen, wenn wir Wahrheitspflicht im deutschen Fernsehen hätten. RTLs Glück, daß dem nicht so ist. Naja, jedenfalls isses nun auch vorbei und ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, daß die Sendung durchaus ihre unterhaltenden Elemente hat.
Ich meine, wo sonst kann man Promis quälen beobachten, wie sie sich zum Affen machen schwierigen Herausforderungen stellen? Wo sonst könnte man Costa “Guru” Cordales beim Meditieren beobachten, darüber staunen was für ein harter Hund er ist und dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeschleudert werden, wenn man am Ende brutal ins Gesicht geschleudert bekommt “Ich hab das nur gemacht, weil ich hoffe, daß ich euch jetzt penetrant mit meinem tollen Dschungelsong, für den ich zwar noch keinen vernünftigen Text habe aber egal, penetrieren werde bis euch die Ohren bluten.”
Wo sonst hätte man Werner “Doppel-D” Böhm sehen können wie er sich zärtlich von seinem jugendlichen Freund ins Wasser geleiten lässt und Ratten mit lautem “BAM!” zu vertreiben versucht? Nicht zu vergessen sein vehementer Einsatz zur Akzeptanz der Männertitte im deutschen Fernsehen.
Und wo sonst hätte man erleben können wie ein 18jähriger Bayer innerhalb von wenigen Tagen sämtliche Stationen der Pubertät gleich mehrmals durchläuft? Angefangen von zärtlichen Gefühlen der Vaterfigur gegenüber, der ersten Entdeckung der eigenen Sexualität, die ersten dicken Eier (könnte ich mir stundenlang in Schleife ansehen, wie er auf die Rolle knallt… STUNDENLANG!), Auflehnung gegen die andere Vaterfigur, Trauer, Wut, Unverständnis, Primadonnengehabe … und ich meine, wer von uns kann guten Gewissens behaupten, daß er nicht mit den armen Kakerlaken gelitten hat, die sich auf brutale Weise plötzlich Kübelböcks Genitalbereich nahe fanden? Das ist Dramaturgie, wie man sie zuletzt bei Hitchcock gesehen hat. Norman Bates hat sicherlich die selbe Entwicklung durchgemacht, nur daß man das nicht alles in 90 Minuten quetschen konnte.
Allein der Abschluss lies zu wünschen übrig. Ein paar Käfer fressen, ein paar sich in die Hosen kippen (was, wie gesagt, für die Käfer sicherlich schlimmer war als für den Kippenden), ein bisschen Seilgeklettere. Wo war denn da die Herausforderung? Ich hatte eher erhofft, daß einer der Kandidaten gegen ein lebendes 4 Meter Krokodil kämpfen und ihm fünf Sterne aus dem Dickdarm entfernen muss. Daß der zweite Kandidat sich aus einer Höhe von zwölf Meter in ein Glas Wasser stürzen muss, möglichst kopfunter … und daß der dritte Kandidat russisches Roulette mit fünf geladenen Taranteln spielen muss. Aber nee. Da wurde die Innovation dann doch wieder abgebremst. Schade.
Naja, haben wir noch was für die zweite Season. Mal sehen wieviele Käfer Mola fressen kann.
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