Nachdem gestern seit langem endlich mal wieder ein Tag war bei dem man vor die Tür gehen konnte ohne sich zehn Lagen Klamotten auflegen zu müssen, habe ich Frau I. zu einem kleinen Spaziergang im Park überredet. Wir gehen da gerne die Enten füttern. Weil wir direkt danach einkaufen gehen wollten, bin ich direkt zum Auto gesteuert.
Frau I.: “Du willst doch jetzt nicht die paar Meter bis zum Park fahren, oder?”
Ich: “Doch – wir fahren da hinten hin, parken da, gehen die Enten füttern und dann fahren wir direkt weiter einkaufen…”
Frau I.: “Oh man…”
Haben wir dann auch gemacht. Ausgestiegen, in den Park gegangen.
Frau I.: “Ich sag jetzt mal wo wir lang müssen!”
Ich: “Hasenfürzchen, du hast überhaupt keinen Orientierungssinn … lass das lieber sein.”
Frau I.: “Ich kann das. Da vorne müssen wir jetzt rechts.”
Ich: “Meinst du das Rechts das Links ist oder welches Rechts?”
Frau I.: “Ha ha, sehr witzig – ich weiß genau wo rechts ist und wir müssen da lang” *deutet nach rechts*
Ich: “Tja, schade – das ist zwar tatsächlich rechts aber leider exakt entgegengesetzt zu der Richtung in die wir tatsächlich gehen müssen.”
Frau I.: “Ähhh…”
Ich: “Soviel zum Thema Orientierung.”
Frau I.: “Das liegt nur daran, dass das im Winter alles ganz anders aussieht! Mit meiner Mutter hab ich das auch gefunden.”
Ich: “Hmhm… oder es liegt vielleicht daran, dass das hier nicht der Eingang zum Park ist, den wir sonst nehmen.”
Am Entensee dann angekommen konnten wir die Enten nur mühsam von der Qualität unseres getrockneten Vollkornbrots überzeugen, was auch daran liegen mag, dass jemand anderes scheinbar zwei Kilo Baguette ausgekippt hatte und auf der anderen Seite ein Kleinkind mit seinen Eltern den Entern frischen Toast an die Köpfe warf. Plötzlich hörte man in der Ferne Sirenen.
Frau I.: “Oh gott… was wenn jetzt Bomben kommen?”
Ich: “Was für Bomben? Das ist ein Feuerwehr Alarm…”
Frau I.: “Woher willst du das wissen? Du kennst doch die Alarmsignale genauso wenig wie ich!”
Ich: “Ich hab schon mal Feuerwehralarm gehört und das ist definitiv einer.”
Frau I.: “Aber wenn da jetzt doch Bomben kommen?”
Ich: “Was denn überhaupt für Bomben? Und wo sollen die herkommen?”
Frau I.: “Na Raketen! Du weißt genau, was ich meine. Ich weiß nicht mal wo der nächste Bunker ist.”
Ich: “Schatzi, so was wie Bunker gibt es heutzutage gar nicht mehr.”
Frau I.: *mit großen waidwunden Augen* “Es gibt keine Bunker mehr?”
Ich: “Nein. Die sind heute alle eingestampft oder zu Museen umgebaut oder sowas.”
Frau I.: “Und was machen wir dann, wenn da eine Rakete kommt?”
Ich: “Uns in unser Schicksal ergeben???”
Auf dem Rückweg wollte ich ihr dann zärtlich die Hand hin halten, damit wir Hand in Hand gehen können … stattdessen drückt sie mir wortlos die leere Brottüte in die Hand, damit ich sie wegwerfe. Bleibt als Fazit: wenn mir mal wieder nichts einfällt, worüber ich schreiben soll, muss ich nur mit Frau I. spazieren gehen.
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